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Fahrrad

Tagebuch einer Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela

Im Jahre 2001 bin ich mit einer 13köpfigen Gruppe und einem Husky-Schäferhund names "Bingo" nach Santiago de Compostela gepilgert. Ich habe bei der Anmeldung gezweifelt, ob ich die ca. 1.000 Kilometer mit dem Fahrrad schaffe. Nach einer Testtour an die Bever-Talsperre (an der ich 4 Jahre später beruflich zu tun haben würde, dies aber damals natürlich damals nicht wusste) wusste ich, das ich die Kondition hatte, den Pilgerweg aufzunehmen.
Wir sind mit einem Ford Transit und einem VW-Bus mit Anhänger gefahren. Dieser Begleittross trnasportierte unser Gepäck, Lebensmittel und, ganz wichtig, Getränke. Zwei Personen sind also immer mit dem Auto parallel zu den Radfahrern am Jakobsweg entlang gefahren um Lebensmittel zu kaufen und auch das nächste Nachtlager zu finden. Da die Refugios immer voll waren, sind wir auf Campingplätze ausgewichen.

Montag, 30.07.2001

Anfahrt - Wuppertal -> Portiers

Unser Reiseweg führte durch Belgien nach Frankreich an Paris vorbei durch Tours bis zu einem Campingplatz kurz vor Portiers. Dort wurde unter freiem Himmel übernachtet. (843 Autokilometer)

In den Pyrenäen. Der Letzte Pass vor Roncesvalles. Noch fahren wir Auto. Die nächsten 900 km ist Muskelkraft gefragt.
Die Nächte in Spanien können kalt sein, wärend die Tage heiß sind.Einer der gemeinsamen Abende

Dienstag, 31.07.2001

Anfahrt - Portiers -> Roncesvalles

Es folgten weitere ca. 357 km. Insgesamt also ca. 1400 km. Diesmal nicht in dem heißen Transit, sondern im VW-Bus mit Klimaanlage. Ziel war ein Campingplatz in Ranceswalles, dem ersten Ort auf spanischer Seite auf dem Jakobsweg

Mittwoch, 01.08.2001

1. Etappe - Roncesvalles -> Puente la Reina

84 km lange Fahrtmit dem Fahrrad. Heißer Asphalt. 2 schön kühle Tunnel. viele Berge. Laut meinem Tacho, der irgendwie immer zuwenig anzeigt: Reine Fahrzeit (also ohne Pausen): gute 4 Stunden.
Nach dem man sich auf die anderen eingestellt hatte War das Fahrern in der Gruppe harmonisch. Schon am ersten Tag haben wir uns verfahren. Nachdem das passiert war, haben wir beschlossen, bei unklarheiten an der Kreuzung zu warten.

Donnerstag, 02.08.2001

2. Etappe - Puente la Reina -> Logrono

Jemand aus der Gruppe hatte Geburstag. Aber dennoch sind wir heute 78 Kilometer nach Logrono gefahren. Das Gelände war wellig und anstrengender als gestern.

Freitag, 03.08.2001

3. Etappe - Logrono -> Santo Domingo

72 km lange Fahrt von Logrono nach Santo Domingo. Ich habe freiwillig mit einen Teil der Gruppe einen steilen Umweg über 2 Klöster gemacht, aber habe es später bereut. Es war sehr anstrengend. Später war ich mit dem Auto nochmal bei den 2 Klöstern gefahren. Dort war ein dunkler, unscheinbarer Eingang. Ein Einwohner gab uns Zeichen, wir sollten weiter hinein gehen. Dort sahen wir eine wunderschöne Deckenmalerei.

Dann gingen wir in die Kirche, wo Hühner in einem Stall waren. Die Geschichte: ein Pilger machte in der Stadt rast. Eine Frau verliebte sich in ihn. Er wollte nichts von ihr. Sie steckte ihm einen Silberbecher ins Gepäck. Als der Pilger weiterziehen wollte, wurde er wegen Diebstahl verhaftet und zum Tode verurteilt. Die Familie pilgerte weiter nach Santiago und auf dem Rückweg kamen sie wieder an den Ort. Sie gingen zum Bürgermeister und baten ihn um Erlassung der Schuld. Der Bürgermeister sagte: "Euer Sohn ist genauso lebendig, wie das Huhn, das ist gerade esse." Da flatterte das Huhn vom Teller auf und flog davon.

Samstag, 04.08.2001

4. Etappe - Santo Domingo -> Burgos

Im ersten Teil der Etappe hat es geregnet und war kalt. auf dem Pass (1260 m ü. NN) war es nur 15°C. Wenn man die ständigen 40°C gewohnt ist das ganz schön kalt. Als wir runterfuhren, wurde es spürbar wärmer. Es folgte ein zweiter Pass (1160 m ü. NN). auf beiden Pässen haben wir gewartet, bis der Letzte oben ist. Nach Mittagspause hatten wir eine wunderschöne Weiterfahrt. Aber 15 km vorm Ziel hatte ich einen platten Reifen. Heute sind wir 90 Kilometer gefahren.

Sonntag, 05.08.2001

Ruhetag

Es wurde erstmal ausgeschlafen, nachdem wir die letzten Tage um 8 Ur losgefahren sind um wenigsten ein paar Stunden nicht in der Hitze fahren zu müssen. Ich bin ein paar Erwachsenen und Bingo nach Burgos gelaufen. Bingo, der inzwischen mein bester Freund ist, gehorcht mir fast immer. Nur fehlt mir die Erfahrung im Hundeführen. Wir haben uns unter Anderen die Kathedrale angeschaut. Abends haben wir gemeinsam gegessen. Aber die Pilgermenüs schmecken nicht so gut. Nur der Wein war gut.

Gesellige Abende

Montag, 06.08.2001

5. Etappe - Burgos -> Fromista

Heute war eine flache, knapp 90 km lange Etappe. Übernachtet haben wir heute mal in einer Pilgerherberge (Refugio). Wieder waren wir ein Pilgermenü essen. Als wir wieder in die Herberge kamen, hatten die Herbergseltern unsere Sachen vom Speiseraum, in dem wir ursprünglich schlafen sollten, auf die anderen Zimmer verteilt. Ich musste meine Sachen zusammensuchen. Unser Pastor, der die Fahrt geplant hatte, beschloss draußen zu schlafen. Ein großteil der Gruppe schloss dich an. der Rest suchte sich in der Herberge einen Platz

Dienstag, 07.08.2001

6. Etappe - Fromisa -> Sahagin

Es ist eine Schön gerade Etappe. Wir haben einen Dorf-Bäcker fast leergekauft. Dort haben uns danach mit den Autos getroffen und eine Pase gemacht. Als wir in Sahagún unsere Zelte aufgebaut hatten, machten wir eine Verschnaufpause, in der ich auch Bingo aufpasste und mein gebrochenes Schutzblech reinigte. Anschließend ging ich mit den Besitzern des Hundes die Stadt besichtigen. Heute waren es nur 75 km. Dafür habe ich die Landschaft genossen.

Mittwoch, 08.08.2001

7. Etappe - sahagin -> Leon

Fahrt von Sahagún nach Leon. Es waren relativ ebene 80 km mit viel Gegenwind.

Donnerstag, 09.08.2001

Ruhetag

Besichtigung der Stadt. Ich fand es nicht so spannend.

Freitag, 10.08.2001

8. Etappe - Leon -> Foncebadon

In Leon die Gruppe mich und jemand anders verloren, aber am vereinbarten Mittagspausenort haben wir uns wiedergetroffen. Am zuerst angepeilten Ort des Übernachtens machten wir eine Pause und fuhren dann einen Pass hoch. Oben war ein einsames, nur von wenigen Leuten bewohntes Dörfchen, Was ich aus dem Fernsehen kannte. Wir aßen bei dem Wirt, er uns dannauf seiner Wiese übernachten ließ. Heute haben wir die zweitlängste Etappe zurückgelegt. fast 95 Kilometer waren es heute.

Samstag, 11.08.2001

9. Etappe - Foncebadon -> Cebreiro

Erst ging es den Berg hinab, auf dem wir am Vortag "hinaufgeklettert" waren. Die Abfahrt war kalt und recht gefährlich. Wir kamen an den bekannten Templern vorbei.

Wir fuhren auch durch eine Schlucht, wo die Hauptstraße durchging. Es war ziemlich gefährlich, da wir keinem Fahrzeug ausweichen konnten. Nach der Mittagspause musste man sich entscheiden, wie man über auf den Berg kommen wollte. Zu Fuß oder per Rad. Ich ging zu Fuß. Oben lag eine überfüllte Herberge. Wir übernachteten deswegen auf einer Wiese. Den Fußweg habe ich nicht gemessen. Die Radstrecke heute waren knapp 70 km.

Sonntag, 12.08.2001

10. Etappe - Zebreiro -> Monteroso

Nach dem Zebreiro kamen noch mehrere kleinere Berge (ca. 1.300 m NN). Aber dann gings bergab. Nur in den Mittagspausenort Portmarin ging es steil rein und steil wieder raus. Alles bergauf. Nach dem Ort kam ein so steiler Berg, dass ich dachte, dass ich es nicht schaffen würde. Der Rest ging gut. In Monterroso haben wir auf einer kleinen Wiese eines Freibades übernachtet. Ich kann nicht glauben, dass ich morgen schon da bin. Heute war eine anstrengende und vor allem die längste Etappe: 95 Kilometer.

Montag, den 13.08.2004

11. Etappe - Monteroso

Ich kann es nicht glauben. Ich bin heute Abend da. Trotzdem war die 84 km lange Fahrt nach Santiago anstrengend. Das lag vielleicht auch an den zwei Platten, die ich hatte. Einen vor der Auswechselpause und einen in Santiago. Wahrscheinlich scheuert das Felgenband. Vorne ist der schlauch wahrscheinlich geplatzt. Da hat das Pannenspray nichts geholfen. An der Kathedrale angekommen war ich sehr erleichtert. Ich habe mir die Urkunde geholt und bin dann zu Fuß (Platter) zum Campingplatz auf einem Berg gelaufen. Dort haben wir das Rad ersteinmal in den Anhänger verpackt. Ich bin in den letzten Tagen genug gefahren.

Wir sind angekommen! Erschöpft aber erleichtert sehen wie dem Dom in Santiago de Compostela.
Kathedrale Santiago de Compostela.

Dienstag, 14.08.2001

Heute wurde lang geschlafen. Um 12.00 Uhr war Messe in der Kathedrale. Leider ohne Weihrauch.

Mittwoch, 15.08.2001

Rückfahrt Teil 1

Donnerstag, 16.08.2001

Rückfahrt Teil 2

Freitag, 17.08.2001

Rückfahrt Teil 3

Fazit:

Insgesamt waren es 909,12 km. Noch etwas zur Statistik: im Durchschnitt sind wir 83 km pro Tag gefahren bei 19 km/h Durchschnittgeschwindigkeit.

Es war eine schöne Fahrt. Man hat nicht viel geredet. Aber man hat sich selbst und die Stärken kennen gelernt. Gerade in den ersten Etappen gab es Momente, bei denen ich aufgeben wollte. Ich bin aber froh, dass ich durchgehalten habe.


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