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Vorwort

In der 10. Klasse der Realschule bekam ich die Aufgabe eine Facharbeit über ein politisches Thema meiner Wahl zu schreiben. Das Thema "BSE und MKS" war DAS Thema in den Medien. Da ich jedes Jahr auf einen Bauernhof urlaub mache und dort mithelfe, habe ich einen guten Einblick hinter die Kulissen der Landwirtschaft.

BSE und MKS

Alles nur Panikmache?

Warum ist mein Thema für die Politik wichtig?

Alle Themen, die mich als Mitglied dieser Gesellschaft betreffen, sind wichtig und nur durch mein Mitgestalten ist es möglich, etwas zu verändern. Das heißt, dass ich mich engagiere und versuche, andere von meiner Idee zu überzeugen.
Das von mir gewählte Thema "BSE und MKS" betrifft uns alle. Wichtig ist, wie und dass wir Verbraucher auf die Katastrophe reagieren. Eine schwierige Angelegenheit, denn den Politikern und uns läuft die Zeit davon: zu lange ist gewartet worden, weil zu viele schwiegen, verschwiegen... Deshalb ist meine Stimme, mein Handeln spätestens JETZT wichtig!

Welche Begriffe muss ich kennen, wenn ich darüber spreche?

BSE

BSE (Bovine spongiforme Enzephalopathie) auch als Rinderwahnsinn bezeichnete Erkrankung des Gehirns. Die Symptome äußern sich durch Bewegungsstörungen, Lähmung und Blindheit, die durch das Absterben von Nervengewebe und eine Durchlöcherung der Hirnrinde verursacht werden. Entdeckt wurde die Krankheit 1986.
Von 1986 bis 1997 wurden in Großbritannien 171 000 Fälle registriert. In der Schweiz waren es dagegen 230, in Irland 188, in Portugal 51 und in Frankreich 26. In Deutschland wurde 1997 nach 2 Jahren erstmals wieder ein Fall nachgewiesen. Die Übertragung von Muttertier auf das Kalb gilt als wahrscheinlich. Auch wird vermutet dass BSE etwas mit der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit zu tun habe, sicher ist man sich da aber noch nicht. BSE wird durch Prionen verursacht. Normalerweise sind diese völlig harmlos, verändern sie sich aber, werden sie gefährlich. Weiter vermutet man, dass sich britische Rinder durch einen Futterzusatz, der aus an Scrapie erkrankten Schafen hergestellt war, mit BSE infizierten. Da die britischen Tiermehlfabriken ihre Verarbeitungstemperaturen, die die Erreger abtöten sollen, gesenkt haben (auf etwa 80 Grad), wurden die Scrapie-Erreger der Schafe nicht abgetötet.

Creutzfeldt-Jakob-Krankheit

Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, seltene Erkrankung des Zentralnervensystems beim Menschen, benannt nach den Neurologen Hans-Gerhard Creutzfeldt (1 885-1 964) und Alfons Jakob (1884-1931). Diese degenerative Gehirnerkrankung fuhrt zu einer schnell fortschreitenden Demenz (Verlust intellektueller Fähigkeiten). Weitere Symptome sind ein Verlust des Sprechvermögens, Schluckbeschwerden, Muskelstarre und Gesichtsmuskelkrämpfe. Die Krankheit setzt häufig im Alter zwischen 50 und 65 Jahren ein und betrifft sowohl Frauen als auch Männer. Eine Immunreaktion gegen den verursachenden Erreger konnte in keinem der Fälle festgestellt werden. In etwa 90 Prozent aller Fälle fuhrt die Krankheit innerhalb eines Jahres zum Tod. Heilungsmethoden sind bisher nicht bekannt. Die Krankheit lässt sich nur durch die Untersuchung von Gehirngewebe sicher diagnostizieren.
Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit weist Ähnlichkeiten mit Boviner Spongiformer Enzephalopathie (BSE oder Rindenwahnsinn) auf, bei der der Erreger ebenfalls noch nicht genau bekannt ist. Symptomatisch gleicht BSE der bei Schafen und Ziegen verbreiteten Krankheit Scrapie. Bei allen drei Erkrankungen werden die Nervenzellen des Gehirns nach und nach außer Funktion gesetzt und das Gehirn degeneriert zu einer schwammartigen (spongiformen) Masse. Es ist nicht erwiesen, ob BSE durch den Verzehr infizierten Rindfleisches auch auf den Menschen übertragen werden kann. 1985 trat der erste Fall von BSE in England auf. Seit Ausbruch der BSE-Epidemie in Großbritannien ist die Häufigkeit der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit jedoch nicht angestiegen. Andererseits ist in Großbritannien und Frankreich eine neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit aufgetreten, die der BSE besonders ähnlich ist; in Deutschland ist diese Variante bislang (Anfang 1997) nicht in Erscheinung getreten.
Auffallend ist, dass die an der neuen Form der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit Gestorbenen eine Variante des PrP-Proteins aufwiesen, die derjenigen von Rindern gleicht.
In Deutschland besteht seit 1994 eine Meldepflicht für die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. Ein leichter Anstieg der Fälle von 1994 bis 1996 wird als Veränderung im Meldeverhalten der Ärzte gedeutet. Statistisch gesehen erkrankt unter einer Million Bundesbürger weniger als einer am Creutzfeldt-Jakob-Syndrom.

BSE Test

Die derzeit eingesetzten Testverfahren sind nur bei Tieren sicher, bei denen das Infektionsgeschehen so weit fortgeschritten ist, dass genügend Erreger für die Nachweisbarkeit mit diesem Test vorliegen. Dies ist in der Regel erst bei älteren Tieren (mind. 30 Monate) der Fall.
Daraus resultiert auch eine nach derzeitigen Erkenntnissen durchschnittliche Inkubationszeit von 5 Jahren. Negative Testergebnisse bei jüngeren Tieren sind deshalb kein Nachweis für BSE-freies Fleisch.
Bei positivem oder zweifelhaftem Ergebnis eines Schnelltests werden erheblich aufwändigere Bestätigungsuntersuchungen im jeweiligen nationalen Referenzlaboratorium durchgeführt. In Deutschland erfolgen diese Untersuchungen in der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheit in Tübingen.
Bislang gibt es leider keine Tests für lebende Tiere. Darauf liegt aber ein Schwerpunkt der Forschung.
Auch das Verbraucherschutzministerium NRW hat zusätzliche Mittel für die Entwicklung eines Lebend-Test zur Verfügung gestellt.

Tiermehl

Herstellung

In Tierkörperbeseitigungsanstalten werden Schlachtabfälle zu Tiermehl verarbeitet. Die Abfälle passieren ein Mahlwerk, der entstandene Fleisch- Knochenbrei wird bei einer Temperatur von Ca. 140 Grad sterilisiert.
Dabei ist ständiges Rühren notwendig, um der Masse Wasser zu entziehen. Danach hat der Tierbrei eine Restfeuchte von 2 bis 3 Prozent und einen Proteingehalt von max. 60 Prozent, zusätzlich Fett und Mineralien.
Der Standard deutscher Tierkörperbeseitigungsanstalten ist unbestritten hoch. Dies ist im übrigen Europa völlig anders: hier arbeiten Anlagen, die nicht dem heutigen seuchenhygienischen Erkenntnisstand entsprechen und nicht steriles Tiermehl produzieren.
Anfang der achtziger Jahre verringerten britische Tiermehlfabriken ihre Verarbeitungstemperaturen aus Gründen der Sparsamkeit auf etwa 80° C.
Sehr wahrscheinlich wurden dadurch die Scrapie-Erreger verendeter Schafe nicht zerstört. Als dieses Tiermehl an Rinder verfuttert wurde, entstand die Krankheit BSE.

Verwendung

Während das Tiermehl vor Ausbruch der Seuche hauptsächlich als Futterzusatz verwendet wurde, verbrennt man es heute überwiegend in Müllverbrennungsanlagen und Kohlekraftwerken. Die in Müllverbrennungsanlagen entstandene Asche wird deponiert, wahrend die aus den Kohle-Kraftwerken z.B. zum Auffüllen von Tagebaugruben verwendet wird.

Welche Meinungen gibt es zu meinem Thema?

Es werden Stimmen laut, dass es besser wäre, sowohl im Pflanzenbau als auch in der Tierproduktion naturnähere, tiergerechte und in kleineren Einheiten organisierte Produktionssysteme anzustreben.
Das heißt auch, dass wir Verbraucher sehr viel bewusster mit dem Konsum von Lebensmitteln umgehen und vielmehr Wert auf Qualität als auf Quantität legen müssen.
Ferner sollten die Transportwege erheblich verkürzt werden. Dem gegenüber gilt es aber zu bedenken, dass internationale Transporte und industrialisierte Landwirtschaft Missernten und Hungersnöte beseitigt haben. Wichtig ist, dass generell ein Umdenkungsprozess einsetzt.

Was kann man tun?

Fast zehn Jahre vergingen zwischen den ersten Alarmzeichen und den Exportverbot für britische Rinder in alle EU-Mitgliedsstaaten und Drittländer. Vor allem die gegensätzlichen wirtschaftlichen und politischen Interessen innerhalb der EU verhinderten schnelles und konsequentes Handeln.
Erst als NRW im Februar 1996 im Alleingang die Einfuhr von britischem Rindfleischverbot und der britische Gesundheitsminister im März '96 die mögliche Ubertragung von BSE auf den Menschen nicht mehr ausschließen konnte, wurde die Vogel-Strauß-Taktik anderer EU-Staaten durchbrochen.
Eine entscheidende Rolle spielte dabei NRW-Umwelt-Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn. Ihr konsequentes Eintreten für Verbraucherschutzinteressen führte auch dazu, dass die Gemeinschaft 1999 mit der Aufhebung des Embargos eine EU-weite, verpflichtende Kennzeichnung für Rindfleisch beschloss.
Damit ist ein wichtiges Ziel im Verbraucherschutz erreicht: Klarheit und Transparenz als Grundlage für eine bewusste und eigenverantwortliche Kaufentscheidung.
Wichtig ist auch eine Änderung der Schlachttechnik: eine Verseuchungsquelle ist das Iängsseitige Spalten des Rückenmarks mit der Kettensäge, wodurch eventuell verseuchtes Mark an andere Fleischteile geraten kann oder die Tötung durch Bolzenschuss, bei der zerstörtes Rinderhirn ins Blut gelangen kann.
Ideal wäre ein Betriebskreislauf, in dem die Pflanzenproduktion mit der tierischen Produktion gekoppelt ist. Das bedeutet, dass die Tiere mit Futtermitteln aus dem eigenen Betrieb versorgt werden. Die Zahl der Tiere sollte der Fläche des Betriebes angemessen sein. Die Tiere sollten artgerecht gehalten werden, also genügend Auslaufmöglichkeiten haben und mit natürlichen Futtermitteln ohne Leistungsförderer und ohne synthetische Mastfuttermittel ernährt werden.

Der Nuklearchemiker Boner (Jülich) träumt davon, eine Datenbank anzulegen, mit je einer Fleischprobe pro Bauernhof. Eine solche Isotopenkarte wäre weit weniger aufwändig als die genetische Geburtsurkunde, die die Landwirtschaftsminister der Länder f i r jedes Rind vorgeschlagen haben. Für den genetischen Herkunftsnachweis wäre eine Datenbank mit rund 15 Millionen Einträgen allein der Deutschen Rinder notwendig- mit jährlich etwa drei Millionen Neuzugängen. Für ein Archiv mit Isotopenmarken reichen dagegen Daten von den rund 270 000 Betrieben, die in Deutschland Rinder züchten. Weitere Vorschläge habe ich bereits im vorigen Punkt erwähnt.

MKS

MKS (Maul- und Klauenseuche) ist eine ansteckende, fieberhafte Tierkrankheit, die in seltenen Fällen auf Menschen übergreift. Die Viruskrankheit, die nur Paarhufer wie Rinder, Schafe, Ziegen und Hirsche befallt, löst häufig Epidemien aus. Die Krankheit zeichnet sich durch folgende Symptome aus: plötzlicher Anstieg der Körpertemperatur gefolgt von Bläschenausschlag am Maul anderen empfindlichen Hautstellen (Euter) und auch an den Klauen. Aus den Bläschen entwickelt sich eine geschwürige Oberfläche, wodurch die Nahrungsaufnahme wegen der Schmerzen erschwert wird, außerdem lahmt das Tier.
Die Folgen sind, dass die Tiere an Gewicht verlieren und gegebenenfalls weniger Milch geben. Trotz des enormen Fortschritts in der Entwicklung eines Impfstoffes ist es noch nicht möglich MKS zu besiegen. Die Notschlachtung ist noch der einzig wirksame Ausweg. In Großbritannien mussten schon 1967 und 1968 430.000 Tiere notgeschlachtet werden.

Welche Meinungen gibt es zu meinem Thema?

Pro

Man hat die Impfungen nur ausgesetzt, um dem Welthandel zu genügen. Früher hat man geimpft. Warum heute nicht mehr? Es liegt nicht am mangelnden wissenschafilichen Stand. Man kann nicht sagen, dass es auf Biobauernhöfen besser gelaufen wäre, da in Großbritannien, wo die Seuche herkommt, die Höfe eher traditionell und regional ausgelegt sind.

Contra

Es sind sieben verschiedene Stämme von MKS- Viren mit etwa 60 Subtypen bekannt. Wie bei der Grippe ist es deshalb nicht möglich, erfolgreich zu impfen. Auch können sich geimpfte Tiere infizieren und den Erreger weitertragen. In der von den Bundesländern finanzierten Irnpfstoffbank lagern 1,5 Millionen Impfdosen - bei 40 Millionen Klauentieren ein eindeutiges Missverhältnis. Zudem hat eine solche Impfaktion nur Sinn, wenn sie EU-weit durchgefuhrt wird. Davon waren300 Millionen Tiere betroffen. Diese hätten dann Schutz - bis ein anderer Vimstyp auftaucht. Deshalb ist. die Forderung nach flächendeckender Impfung zwar populär, aber im Grunde genommen Aktionismus.

Nachdem sich das MKS-Virus von Großbritannien nach Frankreich und in die Niederlande verbreitet hatte, wuchs die Angst, dass es auch in unseren Land zu einen Ausbruch der Seuche kommen würde. Immerhin war das Virus über den Ärmelkanal gelangt, warum sollte es am Rhein halt machen. In oft sehr fragwürdigen Aktionen versuchte man ,,Herr der Lage" zu werden: dabei kam es zu politischen Gerangel auf Landes- und Bundesebene. So ist bis heute die Frage in der EU: "Impfen ja oder nein?" ungeklärt. Gespenstische Szenen spielten sich ab: in den betroffenen Gebieten wurden in Panik ganze Herden komplett ausradiert. Völlig unorganisiert: die Kadaver lagen oft tagelang offen in den Höfen, womit man quasi das Gegenteil von Seuchenbekämpfung bewirkte.. . Sobald man hierzulande auch nur den Hauch eines Verdachtes hat werden ganze Regionen abgesperrt, Autos desinfiziert und Desinfektionswannen fur Fußgänger aufgestellt. Das Ganze hat einen dilettantischen Anschein. In den Flug- und Fährhafen, in Zügen und an den Autobahngrenzstationen müssen sich Touristen filzen lassen und Lebensmittel abgeben.

Schlusswort

In den Ca. 6 Wochen, in denen ich fur dieses Referat Material gesammelt habe, nahm der Stellenwert der beiden Themen in den Medien erheblich ab. Es hat den Anschein, als interessiere die Menschen ein lodernder Kadaverhaufen mehr, als die umfassende Aufgabe, zukünftig ein weiteres Ausbreiten der Katastrophe zu verhindern.

Bilder wie diese sollten uns nicht ohnmächtig machen, sondern zu aktiver Solidarität mit den unmittelbar Betroffenen animieren!

Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Frankreich schürt Existenzangst unter den Bauern der Union. Großbritannien will bis zu eine Million Tiere vorsorglich keulen, denn die Epidemie ist noch nicht im Griff. Sie ruiniert nun auch den Tourismus.

Götz Schmidt: "Apocalypse Cow", ZEIT Nr. 15

Unter der Allmachtsideologie des ultraliberalen Marktes, die im Begriff ist, die ganze Welt zum Spielfeld einer einzigen und ausschließlichen Triebkraft zu machen, nämlich die der ökonomischen Interessen, ,,entsorgt" unsere zivilisierte Gesellschaft (zivilisiert bedeutet übrigens im Ursprung: ,,die verfeinerte Lebensweise und Gesittung.. .") Millionen von Kreaturen und bedient sich dabei eines unsäglich kaltschnäuzigen, verrohten Technokratenvokabulars, das offensichtlich erfolgreich dem Eindruck Vorschub leistet, wir hätten es mit einem unbelebten Industriegut zu tun. Worte wie Verantwortung, Mitleid, Fürsorge, Pflege hören wir selten im Zusammenhang mit der Kreatur, bestenfalls im Zusammenhang mit dem Markt.
Betrachten wir die Spezies Mensch als reinen Wirtschaftsfaktor, so ist es nachgerade folgerichtig, ja unabdingbar, zum Beispiel soziale Sicherungssysteme, die eh nicht nach Marktgesetzen funktionieren, kontinuierlich abzubauen (~iis~iel: Alte, Kranke, Behinderte sind lästige Kostenfaktoren und so gesehen dem Markt wenig dienlich), die Menschenzucht mit modernster Gentechnologie zügig voranzutreiben (gibt es ein Gen, welches die menschliche Marktkompatibilität fördert?), ja vielleicht findet es sogar Zustimmung, das Heer von Arbeitslosen (faul und marktschädigend) durch Beseitigung in den Griff zu bekommen? Ganz im Sinne des Marktes, der Markmvänge, versteht sich. Welch geniale Idee, übertragbar auf eine Vielzahl anderer ärgerlicher Probleme mit den verschiedensten Personengruppen.

MARLENE KNOBLOCH, BONN

Was uns Bauern noch helfen könnte, wäre folgendes Szenario: Alle Klauentiere Europas bekommen schnellstmöglich die MKS. Nur so etwas könnte den Wahnsinn stupider Morde stoppen. Die Totungsmaschinerie wäre überfordert, und die Krankheit müsste und könnte das tun, was sie immer getan hat, irgendwann einfach ausheilen. Was augenblicklich passiert, ist nicht Mittelalter, es ist Neuzeit pur; so verrückt und ~anisch zu reagieren hätte damals einfach das Leben gekostet. Die Moderne aber hat heute den Bezug zur Natur verloren. Was jetzt abläuft, das soll zivilisiert sein, soll etwas mit Kultur zu tun haben? ,Fo ich irgendwelches Leben schädige, muss ich mir darüber klar sein, ob es notwendig ist. Über das Unvermeidliche darf nichts hinausgehen, auch nicht in scheinbar Unbedeutendem."So schreibt Albert Schweitzer in seiner Ethik der Eh@rcht vor dem Leben. Diese Kulturphilosophie könnte in ihrer Einfachheit Richtschnur dieses Europas sein. Stattdessen sinnloser tausendfacher Mord, begründet mit dem faden Geschmack wirtschafclicher Interessen. Und ebendiese wirtschafclichen Interessen sind globalster Natur, ja sie können gar nicht global genug sein. Gleichzeitig aber, und darin lieg die Schizophrenie, haben Viren in dieser Globalität nichts zu suchen. Sie werden einfach geleugnet, sie haben nicht da zu sein, wir haben eine virenreine Insel zu sein, per Verordnung. Da sich aber die Natur nicht daran hält, schligt man sie tot, so einfach ist das.

HERBERT ERNST K~ZAICHTAL/GOCHSH

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